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Religion und Theologie Theil 12 (1829) Christliche Schriften ; 2
Entstehung
Seite
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36 Regel der Zusammen stimm urig

sei). Eben zum Vornehmeren, zum aus-zeichnend-Höheren gehörte es also, daßGottes Sohn, ein Kind des Himmels, auch jedemandern unvergleichbar sein irrdischeS Daseyn erhal-ten. Nach Lucas kündigte ihn daher noch größerdas Wort nicht eines Engels, sondern des Erzengelsder vor Gottes Thron steht, nicht dem Joseph,sondern der Maria selbst, nicht im Schlummer son-dern einer Hcllmachenden an, und nennt den ausihr geborncn mit allen großen Namen der Zukunft.Ein offenbarer Erweis, daß beide Evangelien ineiner Zeit abgefaßt wurden, da diese höhere himm-lische Abkunft Glaube der Christenheit war, undman das Geschlechtregisier Josephs dieser Hochver-ehrung getrost beifügen konnte. Den Königs-sproß sowohl als den vom Geist gebornenverkündigte das Evangelium, beides gleich unver-fänglich. *)

Zweitens. Der Messias sollte ein Völ-kern e r e in ig e r seyn, dem alle Nationen hul-

*) Fast erregt es Unwillen, wenn man eine edlereDenkart von einer schlechteren nicht etwa blosverkannt, sondern niedrig verspottet stehet. Washatten wir denn nun, wenn wir den Stamm-baum Christi bis zum feinsten Zweige hätten?Schämt sich dieser Stammbaum doch nicht, dieThamar, Ruth und das Weib Urias wirklich zunennen, die er hätte verschweigen mögen. Garder Spott über den vom Geist gebornen istwirklich geistlos. Ohne Geist würde Chri-stus nicht vermocht haben, was er vermochte.