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An Prediger.
„Jeder gesinnet, wie Jesus Christus auch war, der„sich selbst äußerte und Kncchtsgcstalt annahm.„Wer ihm Nachfolgen will, daß er sich selbst ver-gangne und sein Kreuz auf sich nehme, damit er„nicht unwiederbringlich seine Seele verliere. Nach-folger Gottes in der Liebe, wie Christus uns ge-„liebct hat," und wie es Jesus mit innigen Bil-dern und unendlich tiefer und anziehender saget.Wer nicht Rebe an seinem Weinstock, Glied anseinem lebendigen Körper ist: aus den soll schon
Sichel und Feuer warten!
Ein Leben Jesu Christi aus den Evangelistenfür unsre Zeit: nicht gelehrt, nicht bemerkend undscharfsinnig, nicht erläuternd und paraphrastisch —was es für ein Büchlein, wenn auch nur einBild! Umriß wäre! Das beste ist indeß dochimmer aus den Evangelisten unmittelbar in Herz,in Seele, in Leben!
Den meisten Lesern kann Christus auch beinahedem Buchstaben nach nicht einmal erscheinen. Soin Kapitel und Verse zerrissen und zerflickt! so mitParaphrasen und gelehrten Wortverdrehungen um-hangen! so in Evangelien- und Kanzelreden ab-scheulich zerrissen, aufgedunstet und verstümmelt!
'— das sollte Jesus seyn? — Auch hierin hängtordentlich Decke und mehr als Decke über demAngesicht Christi. Mißverstandne Reden undHandlungen, verrenkte Glieder — und wo in derWelt am mindesten etwas von dem feinen Geiste,von dem ambrosischen Duft, der um so viel