Zwölf Pro vinzialbla tter. 44^
Muster! Abbild Gottes und Ebenbildder Menschheit — Allerdings muß auch hierjeder den unendlichen Abstand fühlen: was war
Er? was bin ich? ich in dieser meiner Todcsbil-düng! mit den verworrenen Zügen meines Ange-sichts und meiner Seele! den unregelmäßig über-einandergestürzten Kräften! dem Hange zum Ueber-maßc und zur Ausschweifung! dem Abscheu desLichts und Suchen der einsamen Finstcrniß! denWerkzeugen der Sünde und Gliedern des Todes —und was Er? von dessen Angesicht und in dessenSeele die Gottheit leuchtete! Gnade undWahrheit glänzte! das ausgcsonderte Hei-lige unter der Ueberschattung göttlicher Kräfte undGeistes empfangen, und also genährt und alsogebildet! Ohne Wahn und Fehl! „als der„keine Sünde gcthan und kein täuschend Wort in„seinem Munde gewesen! edel und sanft und von„den Sündern abgesondert und an Reinigkeit über„die Himmel erhaben !" auf welcher Höhe! in welcherEntfernung steht das Bild —
Nie doch aber blos Bild, wie Regenbogen,das nur zu sehn und nicht anzutasten wäre. UnserBruder! Fleisch und Blut, wie wir, und anGeberdcn als ein Mensch erfunden! Anfängerund Vollender des Glaubens! Er stehtmit in den Schranken der Laufbahn, ist der Ein-zige vor! — Sey also auch in unfern Schranken,in unsrer sündigen Gestalt, in unserm tiefen Ab-grunde— wie Alles, so auch als L c h rer d e rWelt! Arzt, Hirte', das einige Muster.