Zwölf P r ov i nzi a lb la t t e r. 439
ihre Stimme: „Selig — sie beschwört bei den„zartesten Empfindungen ihres Geschlechts unmit-telbar in seinem Anblick: Selig der Leib, der
„dich getragen! und die Mutterbrüste, die du ge-zogen!" Oder wie so oft mit stillem Taumel dasVolk sich cntsatzte! bewunderte und verstummte undmit Lobjauchzen und Dankprcisen: „ein großer
Prophet erstanden! Gott hat sein Volk sonderbargnädig besucht mit diesem Manne!" zu sich selbstkam. Und wie er gewaltig predigte! und so oftGedanken ansah, und darauf antw ortete,und bedurfte nie Zeugniß von einem Menschen,denn er wußte wohl, was im Menschen war!„Wir sahen seine Herrlichkeit, ruft der noch ent-zückte Johannes aus, eine Herrlichkeit des cinge-„bornen Sohns Gottes, voller Gnade und Wahr-heit! — Das da von Anfang war und wir ge-„sehcn haben mit unfern Augen, und beschauet,„und unsre Hände betastet haben vom Wort des„Lebens — Und das Leben ist erschienen und wir„haben gesehen und zeugen, und verkündigen euch„das Leben, das ewig ist, und war bei dem Vater„und ist uns erschienen" — In den Strom vonEmpfindungen gerieth Johannes Herz, Jahre nachder Himmelfahrt, blos durchs Andenken: und die
Augenblicke der Gegenwart! der dascpcndenMensch cngottesempfin düng! was wa-ren die!
Und wie er auch hier das Alles unter G c-h 0 rsam bis zum Kreuzestods gefangen nahm !„Nicht hatte, da er sein Haupt hinlegte!" und