Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
Entstehung
Seite
438
Einzelbild herunterladen
 

438

An Prediger.

Wüste trieb und ihn gegen alle Versuchungen durcheinen inner» Wink der Sprache Gottes sicherte undbewahrte: das ihn sodann sogleich zu seinem Zweck,der Ankündigung des Reichs Gottes,der Auswahl seiner Schüler undBoten trieb, deren Gemükher er innig kannte,und, wie wir einige Winke in der Geschichte haben,durch die Seelen - und Herzensblicke an sich zog,die nachher nimmer mehr Raub oder Trennung »er-statten oder leiden? hat man nicht den unmittel-baren Zug gesehen, der ihn so oft ins Dunkelund Geheime riß, mit seinem Vater zu seyn,Nächte auf den Bergen zu bleiben und daselbst zubeten! den Zug gesehen, der es ihm sagte: ,,wcrist meine Mutter und Schwester? der den Willenthut meines Vaters, der ist mein Bruder, Schwe-rer und Mutter!" Alles unter diesen Haupt-zug der Bestimmung zu ordnen, Speise undTrank, wo auch nur Ein Blick in die Ernte desReichs Gottes war, zu vergessen; der ganzen Na-tur , alle Bilder und Auftritte derselben, jedes Ge-wandt, das Beziehung aufs Reich Gottes hatte,zu rauben, abzusehn, abzulcrnen, Winke seinerBestimmung in Allem zu finden: aus Allem undzu aller Zeit andre daran erinnern zu könnenwie immer gegenwärtig! wie mächtig! hat mandenn nicht in der simpcln Erzählung der Evange-listen Ahndung auf die Augenblicke gehabt, dagleichsam unnennbare göttliche Kraft, Freude undRegung um ihn war, an ihm lächelte, durch ihnwürkte, sich auf alle menschliche Seelen unsäglichsenkte? Plötzlich crhub ein Weib aus dem Volk