Zwölf Provinzialblätter. 433
Salz der Erden! auch mit dem Geringstenihrer Lehre und ihres Lebens, Lichter der Welt,würzendes Salz der Völker! Welche Verbote, daskleinste seiner Gebote nicht aufzulö-sen! den größten, tiefsten Sinn jedesGesetzes zu forschen und ganz zu leh-ren! Und welche Demuth ihrer erhabenstenguten Werke, Gebete, Früchte und Ucbungen! Undwelch unmittelbares Zutrauen sowohl auf dieunmittelbarerhaltcnde Vatervorsorge Gottes, alsGefaßtheit, um seinetwillen alles zu leiden und zuertragen! — Wer, der die sogenannte BergpredigtChristi, und seine erste Aussendung der Zwölfe, undseine Abschiedsrede im Johannes, und das rührendeAbschiedsgebet, was immer ans Herz drückt undvom Herzen wegstößt, gelesen, und nicht tausend-mal empfunden: wo d e r S i n n und Geist derReligion Jesu ist? und wo wir sind?Da bettle man sich denn nun immer hinweg: „daswaren erste Zeiten der Kirche! Wundcrgaben" u.s. w. '— sage das immer seinem Ohr und nichtseinem Gewissen: das fühlts anders! die ganzeEinrichtung Christi, all seine Lehre undPflichten sind auf den hohen, reinen,aufopfernden, sta r k g l a u b i g e n Gottes-sinn gebauet!
Warum, daß Christus immer Glaubenund nur Glauben selbst zu einer Zeit forderte,da noch ein offenbares Bekcnntniß „daß er Gottes„Sohn sey!" nicht lautbar werden soll? Warumdaß er, wie's unläugbar ist, diesem Glauben,Heeders Werke j. Rel, u. Theol. X. .E e