Druckschrift 
Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
Entstehung
Seite
388
Einzelbild herunterladen
 

388

An Prediger.

sondern Form der Dogmatik; ich habe noch keinezwo Dogmatiken gesehen, die völlig gleich gewesenwären, und wer kann, mache sich seine Dogmatikselbst. Daß aber Dogmatik da sey, daß Wahr-heiten der Schrift also abstrahirt, geordnet,gebunden vorliegen: mich dünkt, auch für

Prediger, allein zu bessern; Verständeder Schrift, allein zum ganzen Ucbcrblicke,und zu wichtigerer Anwendun g derselben, nachEbenmaß und Nothdurfr, kurz daß ihrganzer Glaube der ganzen Schriftanalog sey >— mich dünkt, in dem Betracht istnichts nothwendiger, als Dogma rik. Aber frei-lich, wird die ganze Sache verändert, wenn derPrediger kein Lehrer des Worts Gottes, son-dern M o r a l l e h r e r aus dem Worte Gottes wird:das Trgcor-on stEuSos liegt da in der Supposition,die keiner annimmt.

„Daß alles wachse an Einem Leibe der Reli-gion und Offenbarung Gottes, und sey Glied an„Glied gefügt, durch alle Gelenke, dadurch Eins„dem andern Handreichung thue, nach dem Werke„eines jeden Gliedes in seiner Maaße, und also der„ganze Leib wachse — bis wir alle hinankommen„zu anschauendem Erkenntnisse und vollkommen„werden!" — — So möchte ich die Dogmatikim würdigcrn Verstände nennen: die abgetrennte,

oder mit Dogmatik unterstützte Moral sind Hand'und Rumpf und Füße ohne Kopf und Herz: undder Körper von Wahrheiten lebt nicht christlich;ein unterschobenes Kind der Offenbarung, demjcher, der diese Mutter kennt, seine Fremdheit an-

Z' !