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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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Zwölf P r o v i n z i a l b l ä t ter. 876

Grossen wirklich so entwickelt, wie sich die Kräfteeines einzelnen Kindes entwickeln. Glauben undGehorsam, Liebe und Hoffnung sind (obwohlnicht in unsrer philosophischen Erziehung) die erstenTugenden, die in ihm geweckt werden müssen,und die lebenslang alles führen und tragen: das

Wunderbare und Feierliche der Erzäh-lung giebt dem Gemahlde eben so viel Licht,Helle Farbe und gleichsam heroisch Riesen-haftes, als es haben muß, das Auge der Kinderzu wecken. — Kurz, Geschichte der Reli-gion, so unbewiesen, grob und simpel sie scheine,trotz aller philosophischen Katechismus-probleme für Unmündige, wird sic ihnendas erste, liebste, einzige Vildungsbuch blei-ben , aus dem sich nachher im Leben, wievielentwickelt! Ausgcrißne Wortblumen, Moral-kränze , und Wahrkcitsbündel verschmäht die ein-fältigere, ganze, lebendere Kindheit!

Wie in den Wissenschaften Geschichte derNatur, so also hier G c s ch i ch t e der Reli-gion des Kindes erste Bibel— Glaubenslehre,Kasuistik, theologische Moral, alles! — Wer einKind blos für das Jahr erziehen, das ist,wie unsre Kinderlchrer sagen, sich zu ihm h e r-ablassen, oder wcrs gar auf einmal zsi cherheben, das ist, eine ganze Religion ihm phi-losophisch eingreifen will, der thue cs — ichnicht mit. Ein Mittel, seine Seele aufs tiefstezu nähren, und auf ewig; nur allmählich,aber mit allen Kräften sie zu erweitern:die Einbildung fängt an sich aufzuhellen, das Ur-