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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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An Prediger.

wohlbehaglich trösten, daß doch noch etwas einenguten Boden finden könne, und wie ers Gottzutraut, finden werde. Er dürfe nur so ruhigdie Tugend fortlchren, sey doch vielleicht seit Tibc-rius Zeiten die Welt, wo nicht besser, doch auchnicht schlimmer geworden u. s. w.

Und wenn er sich nun damit nicht bcru-higte? Wenn ihn W o r t G o ttes, die Mu-ster der Propheten und Apostel (wage ichs, dieMänner als Vorbilder zu nennen?) Christus selbst,ganz wozu anders drangen? daß er sich damit nichtberuhigte? daß er, wenn das einzige Würkung desPredigtamts seyn soll, nichts in seinem Leben mehrals die Stunde der Wahl beklagte ! daß er (lasset'suns nur gerade aus sagen!) den Prediger sodannfür nichts anders als einen tolerirten Pfaffen undMenschendiener, geistlichen Akademiker, Philosophen,und wie wir die Titel höflich umschreiben wollen,aber wohl, wenn ihn immer Sinn und Gewissennicht trügt, unmöglich für Nachfolger der Musterhalten könne. Ich rede nicht von unreiner, un-weiser Nachfolge: ist ihnen aber gar nicht nachzu-folgen, so — laßt uns nicht mit dem Worte spie-len, so geht uns das Wort Gottes in dem Ele-mente nichts an. So lasset uns irgend einen Mo-ralisten wählen, Tugend nach ihm zu predigen;und da wüßte ich denn freilich nicht, warum dasdie Bibel (womit man soviel Mühe hat, sic erstin vernünftiges Licht zu setzen, und wo denn dochnoch oben und unten der Duft von Ezechiels Bro-den bleibt!) warum das die Bibel seyn müsse?Epiktet! Mark-Aurel! Stücke von Sokrates! oder