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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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357
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Zwölf P r o v i n z i a l b l ä t t e r. Zü'7

Mt auf Person oder Buch, sondern allein aufA m t und S a ch e.

Der Prediger soll Lugend lehren. Wie?wenn die Tugendlehrc nun nichts gilt! Wenn erimmer die geringste Würkung davon stehet! offenbar,wenn er sich nicht selbst süß trügen will, sehenmuß, selbst das Besuchen der Predigt ist nur Ge-wohnheit ! Visite Gottes an einem Tag in derWoche, oder gar noch ärgeres! Er sieht herrschendeLaster, die selbst seiner Tugcndlehre, noch unend-lich mehr dem Geist seiner Religion (bei mir eineweit weitere Sache, als jene!) obliegen, ihm offen-bar widersprechen, sein ganzes Predigtamt aufhe-bin u. s. w. Sieht vielleicht gar, daß in dem,was man oft Band des Staats nennet, (es aberwahrlich nicht ist!) Ableitungsstücke vom Christenthum,und in dem, was man Elemente, Luft, Principium derund der Negierungsform nennet, ein sichtbar, jetztgewißnicht mehr unsichtbares Gift schleiche, das allenLcbensothem der Religion verpestet und wegfrißt —was soll nun da der Prediger thun, um Nutzenseines Amtes zu fordern? oder nur vielmehr, sichnoch von einiger Nutzbarkeit Rechnung zu geben?

Soll er sich da ins Blinde trösten, wie manes den gemeinen Prcdigertrost nennen könnte: „du„säest bei Nacht, ins Finstere — aber das geht„doch auf!" Wenn er offenbar doch auch sieht, ersac nicht blos im Finstern (daran wäre nichtsgelegen: ein Thor, der das feinste Sandkorn derWelt, Wort Gottes, mit seinen Ohren will wach-sen hören!) sondern er sac auf W a s s c r , Sand,Dorn en, den Weg, und für alle Spötter undRaubvögel des Himmels! Soll er sich da allein