344 2 lri Prediger.
am geschicktesten dazu se», Wundcrgabcn zu erzeu-gen, zu nähren, anzuwenden? Ob nach dem, wasMcnschenblicke Eceigniß und Fordcrniß der Zeitnennen, diese oder andre Talente die unentbehr-lichsten und das glänzende Ziel sind, wonach w i rzu streben haben? Ob sich nach einer Gabe Gottesdieser Art ohne Verirrung oder Gefahr selbst immindesten streben lasse, und es auch hie nicht derAehnlichkeit der Haushaltung gemäß wäre, ebenunerboten zu rufen, ungetcäumt oder gar widerWillen zu senden? Ob, nach der Analogie gedach-ter Haushaltung, die hierin doch allein Grund oderRegel des Schlusses wäre, ob schon die Zeiten undUmstände da wären, in die der Geist der Weissa-gung auch diese Kraftcrweisungen gesetzt hat? —Ganz andre Welt von Fragen, als wovon jeneSpötter träumen! und über die der Erstgenanntesich mit solcher Helle und Schriftdemuth erkläret!Ich wüßte also nicht, warum wir wie Buben überdie würdigste Sache der Welt als über ein Mähr-chen schwatzen wollten oder müßten.
Doch ich komme ab von meinem Ziel. Wennsje in unsrer Zeit Beweise Gottes vollGeist und Kraft gäbe: so bäuchte den ruhig-sten Philosophen doch wohl, daß es wo etwa, aufwelche Helle und freilich dem Jahrhundert geziemendeArt es seyn müßte, am liebsten zum Beweiseder Wahrheit der Religion geschähe. Nichtwahr? Und wenn nun auf die angezeigte Art sichsolche Beweise der Wahrheit der Religion erhüben,und für unsre Zeit so viel als Wunder würdenkönnten und möchten — das würde doch auch gut