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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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An Prediger.

von der Pri'csterschaft geschildert ober ich kannskaum sagen, was für gegenseitigen Eindrucker bei ihm machte, als ich vcrmuthet hatte. Alledas zugegeben, rief er aus, aber wer hat daranSchuld? Die Vorschriften unsers Standes sindedel und gut, das kann kein Humc laugncn.Unsere Charaktere, che wir in den Stand treten,sind gemeine Menschen-Charaktere, böse und gut,gut und böse. Wir wählen uns nicht selbst, wirschieben uns nicht selbst, als Stand, zwischen an-dere Stande. Also muß man entweder die schlech-testen, lauter Spitzbuben dazu wählen, oder esmüssen Drachen, Klötze, Verführungenringsum, und im Stande selbst liegen, daß trotzaller Pflichten, die das Wesen des Standes selbstfordert, die besten Charaktere also ver arten!Wer hat die nun umher gelagert? wer wählt? werschiebt den Stand unter andre Stande, daß er,das Feuer Gottes! zum Höllenzunder werde?Die Politiker reden also zuerst gerade gegen sichselbst!

Und dann, fuhr er fort, alles als wahr gesetzt,wollte ich wissen, welcher Menschenfreund ein solchPasquill gegen einen ganzen Stand Men-schen! Brüder! ohne die bittersten Thranen desMitleids, ja gar mit Hohnlächeln und Freudeschreiben könnte, als etwa der schwache, höfliche,politische Hu me. Wenn ich das alles, wie er,glaubte und fühlte würde ich kalt frohlockend beidem häßlichen Fratzenbilde, das doch Stand derM e n sch h c i t seyn soll, stehen bleiben, ohne zufragen: woher? wie also geworden? wie ihm zu