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An Prediger.
Wenn der Priestcrstand ursprünglich bestimmtmar, im Namen Gottes Menschen zubilden, und je reiner, göttlicher, allwciter, edlerdie Bildung war, desto priesterlichcr: auf welcher
Höhe des Heiligthums stehn wir jetzt! Welche tau-send Mittel und Wege um uns, wenn wir sie nurbrauchen können und mögen, um wo nicht die glor-reichsten , so die edelstverborgenstcn Wohl-1h ater der Menschen zu werden! WelcheMenschen nützliche Wissenschaft, die nicht auch andie Theologie grenzte, von ihr Einfalt,Licht und Leben erlangen könnte, wenn ihr nurwollet? Ist nicht alle Gottseligkeit allnützlich undhat die Verheißung zweier Welten — wenn wirnur wollten!
Dichtkunst, sie ist ursprünglich Theologiegewesen, und die edelste höchste Dichtkunst wird,wie die Tonkunst, ihrem Wesen nach immer Theo-logie bleiben. Sänger und Propheten, die erhaben-sten Dichter des Alten Testamentes schöpften Flam-men aus heiligem Feuer. Die ältesten ehrwürdig-sten Dichter des Heidcnthums, Gesetzgeber, Vaterund Bilder der Menschen, Orpheus und Epimcni-dcs und alle Fabclnamen der Urzeit, sangen dieGötter und beseligten die Welt. Was die Miltvnsund Klopstocks , Fenelons und Racine in ihren rein-sten Augenblicken empfunden, war Religion,war nur Nachhall göttlicher Stimme in Natur undSchrift. Die erhabenste und zcrschmclzendste Bered-samkeit Bostucts und Fenelons, die stärkste Gedan-kcnseele Pascals und sanfteste EmpsindungshelleFenelons und die treue Herzenssprache Luthers und