junger Geistlichen auf d. Akademie. 285
3 ) Nirgends fällt diese Dispropor-tion mehr auf, als im ersten akademi-schen Lehrjahre. Natürlich werden die Uner-fahrncn dann am meisten gcmißbraucht; ihr Frei-heits-Privilegium ist noch nicht gebüßt, ihr Frei-heitsrausch noch nicht ausgeschlafen. Und" da diesJahr gerade der Philosophie bestimmt ist, sokommt, zumal wenn diese aufweckend (revolutionär)vorgetragen wird, bei einem jungen Gemülh leichtalles in Brand, in Aufruhr. Der Professor, derihnen zum allgemeinen Heil der Welt so unerhörteSachen vertragt, ist ein Mensch ohne Seinesglei-chen ; sie schwören auf seine Worte. Der abscheu-liche Sec tengeist mit allen seinen giftigen Fol-gen hat auf Akademien sein Nest; hier wird erausgebrütet, genährt, erzogen und sodann in dieWelt durch Zeitungen, Bücher, tollgemachte Jüng-linge versendet. Sehr spät und durch eignen Scha-den lernen sie einschen, daß sic mit dieser Weis-heit nicht fortkommcn; oder sie lernen es nie.Die einmal angenommene Form, die gelernte un-verständliche Sprache klebt ihnen an und sie verder-ben damit die Leute. Dazu kommt
4) daß die meisten Wissenschaften, die im er-sten akademischen Lehrjahr getrieben werden sollen,durch akademische Vorlesungen garnicht, oder nicht recht gelernck werdenkönnen, weil sie Schulstudien sind. Hic-her gehören
u) Sprachen. Hat jemand sie grammatischsowohl, als durch Aufsätze und Uebungen in der