384 Gutachten über Vorbereitung
lich zu machen und von ihnen zu entfernen, halteich für eben so verdienstvoll als khunlich.
2) Es ist eine gemeine Klage, daß jungeLeute zu früh und unreif aufdicAka-demie kommen. In Ansehung der meisten Sub-jekte ist die Klage auch wahr. Gegen altere Zeitengerechnet sind manche Ltuälosi noch Kinder; undda der Verstand nicht vor den Jahren kommt, sokönnen sie die Akademie nicht anders als Kindernutzen; sie fangen blind an; sie beten nach. Undwas die Sitten betrifft, betragen sie sich oft kin-disch; die Idee akademischer Freiheit berauscht sic;sie werden in Orden, in böse Gesellschaften hinein-gezwungen, zu thörichten Aufzügen und Aufrührenoft beinahe wider Willen verlocket, und sehen zuspat ein, daß diese Kindereien ein Mißbrauch ihrergefährlichen Fceiheitsjahre waren. JedemVernünftigen fallt die Disparate zwischen dem Alterdieser akademischen Kinder und den Gefahren dieserakademischen Freihcitsplatze auf. „Wie? sagt er beisich selbst, eben in den kritischen Jahren desmenschlichen Lebens macht man unreife Jünglingegesetzlos und schickt sie in einen beinahe ungezähltenwilden Haufen?" Und was die Wissenschaftenbetrifft, muß er sagen: „Wie? diese unreifenSprößlinge sollen jetzt und auf einmal unddurch einander alle Wissenschaften empfangen?Wie die Stunde schlagt, soll ihnen jetzt diese, jetztjene in buntem Gewirr eingeimpft werden? Entwe-der muß der Professor zu ihnen als zu Kindernreden, oder, wenn er dies vergißt, welche Verwir-rung der Begriffe wird er in ihnen erregen?".