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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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Briefe

gen?" Der Fürst, der protestantische Fürstnicht; sonst wäre er arger, als der katholische Papst,und wir kehrten lieber unter diesen. Sein Prote-stantismus beruht auch auf Ueberzeugung, also aufFreiheit; sonst würde er kein protestantischer Fürsthaben werden können ; er läge noch unter dem Papst-thum. Nach allen Begriffen der protestantischenLehre ist er auch kein Richter, kein Entscheide! überdas Wort Gottes (dies ist sein eigner, un-abhängiger, höchster Richter) er ist Fürst, d. i.Entscheide,: über äußerliche politische Ordnung.

Glaubt er, daß irgend Eine Meinung in der Weltdiese aufhebe; so kann, so muß er sie, seines Amtswegen, einschrankcn und ihren bösen Einfluß hin-dern aber nur als äußern, bösen Einfluß,und auch dies nach Regeln der gesunden Ver-nunft und schärfsten Ueberzeugung, inderer, wie der geringste Unterthan, unter Gott steht.

Aber sollte nicht der Stand hindern?"Das glaube ich leider! d. i. alte Äorurtheile desStandes. Aber haben diese, blos weil sie alt sind,auch Recht? sollen sie nicht mit möglichstem Bestre-ben von jedem redlichen Mitglieds des Standes ge-prüft und zur Wahrheit gebracht werden? ist ihreProkrastination nicht lächerlich und schädlich?Kein Vorurtheil kann gegen Wahrheit bestehn;keine Ueberzeugung kann und soll nach Vorurthci-lcn des Standes, Alters, Rangs oder wessen cssey, gemustert werden. Das Amt endlichkann gar kein Hindernis freier Ueberzeugung wer-den, oder es müßte Diener der Unredlichkeit