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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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an T'heophron. 265

Als Deutschland die Ketten des PapstthumSbrach; was hatte cs für Recht dazu? Das Rechtder Menschheit, Freiheit. Nicht weil derFürst es wollte, reformirte Luther; oder er wärein Sachen der Religion ein schlechter Reformatorgewesen, der alte Wahrheiten und Auslegungen,über die der Fürst nichts ordnen konnte, aus Skla-vengcwalt aufhob. Er reformirte, weil ihn Gewis-sen und Ucberzeugung trieb: und die Fürstenließen resormircn, theils weil sie auch überzeugtwaren, theils weil sies, wie cs die Vorsicht ihresAmts erforderte, politischgut fanden. DerMensch, der im Luthcrthum oder in einer prote-stantischen Kirche, Gewissen und klare Ueberzeugungausheben will, ist der ärgste Anti - Lutheraner.Er hebt das Principium der Reformation, ja allergesunden Religion, Glückseligkeit und Wahrheit,nehmlich Freiheit des Gewissens auf; erverdammet Luther, alle seine Gehülsen, alle freie,wahre Männer der Vorzeit, in ihren Gräbern.

Auch lassen sich hier keine äußere Clausurensteckenso weit soll die Freiheit gehen und weiternicht." Wahre Freiheit muß sich von innenselbst beschranken. Und wahrlich sie beschränkt sichscharfer als alle Clausuren, weil sie nur aus in-nigster Ueberzeugung, nach Wahl und Prüfungdes Besten handelt. Von äußern Beziehun-gen , Pflichten und Obliegenheiten ist hier nicht dieRede; sondern von innerer Natur der Wahrheit.

Aber, wie diese geäußert werden? stehtda nicht der Fürst, der Stand, das Amt enlge-