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Briefs
Gärten setzet. So lange Europa wirklich barbarischwar, wollten ihm feinere Begriffe nicht ein: manbrutalisirte diese vielmehr nach seiner Weise. Daes durch hundert und tausend Stöße einmal etwasin Gang kam, hielt niemand diesen Gang auf,weder Bann noch Inquisition, weder Schwert nochKetzerfeucr. Vielmehr trieben diese thörichten Zwangs-mittel aus dem Aeußersten ins Aeußerste,aus dummer Barbarei zu dummer Sophiste-rei, aus grobem Aberglauben in den Atheis-mus, der ja bekanntermaßen auch in dunkelnJahrhunderten des Kirchenzwanges und in ihnenvielleicht allein herrschte.
Freiheit muß der menschliche Geist haben; ge-setzt er mißbrauche auch die Freiheit. Das WortGottes muß er verstehn und auslegcn können, wiecrs für recht und wahr findet; gesetzt er lege auchfalsch aus. Gott sah voraus, daß Adam fallen,würde, und dennoch.schuf er ihn frei; und mußteihn frei schaffen, wenn er sein Bild, ein Menschseyn sollte.
Freiheit ist der Grundstein aller protestantischenKirchen, wie schon ihr Name sagt. Freiheit ist derGrundstein des gesunden Verstandes, aller willigenTugend des menschlichen Herzens, aller Wohlfahrtdes W e itc rst r ebe ns. „Aber doch eine Freiheitmit Gesetzen?" Allerdings mit Gesetzen; nur dieder gesunde Verstand dafür erkennt, die die Freiheitsich selbst wählet. Auf ihnen, d. i. auf Wahlund Ordnung zur Glückseligkeit, beruht Freiheit:Gesetze sind ihr Wesen und müssen ihr Wesen blei-ben; oder sie ist des Wortschalles nicht mehr werth.