Fürchten Sie nichts, m. Fr., auch für unsrejetzige Revolutionen und Wahrungen in der Chri-stenheit , zumal im Lehrbegriff und in der Schrift-auslegung: nach allen altern Beispielen der Ge-schichte , nach aller Analogie der Haushaltung Got-tes auf Erden haben Sie fürs ganze, wahre Chri-stenthum nichts zu fürchten.
Ist Christenthum und Gelehrsamkeit, Schola-sticismus und Christenthum nicht einerlei, wie ichIhnen, dünkt mich, sehr Helle gezeigt habe, undder Anfang des Christenthums, so wie das N. T.selbst, cs sonnenklar weiset: so können jene diesauch nicht Umstürzen und vernichten. Es steht zuseiner Zeit richter und schöner wieder da, und jeneBemühungen des menschlichen Geistes, sie mögennun Kämpfe oder Krampfe heißen, haben ihm,wie es sodann offenbar wird, zu dieser richtern undschönem Gestalt, wenn auch auf ihre eigne Kosten,milgeholfen.
Nichts ist bei dem menschlichen Verstände fürch-terlicher, als wenn er still steht; ja es ist diesgänzliche Stillestehn beinahe nicht anders als unterdem äußersten Druck der Barbarei und Thierahnlich-keit möglich. Der Druck äußerer Gewalt hältden menschlichen Geist nicht auf; er spornt ihn viel-mehr an, daß er ausrcißt und über Felder und