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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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an Theophron.

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herrschten? und wie leicht kommt ein redliches Ge-müth zu der Erkenntniß, die ihm zur Seligkeitnoch ist!

Sie denken leichtdaß ich damit die unschätz-bare Wohltbat des mehrern Lichts, der Wäh-lern, g c w i sse r n Schriftauslegung, der reinern,simp lern Moral und Dogmatik aufs höchsteschätze und verehre; wollte Gott, daß sie auch so-gleich die mehrern Früchte gebracht hätte, die siehatte bringen sollen. Wer klagte darüber mehr,als die, die uns dies mehrere Licht brachten? Wieoft klagt Luther: daß mit der mehrern Bekanntma-chung, Leichtigkeit und Klarheit des göttlichen Wortsauch die Geringschätzung und Verachtung desselbenwachse! Wie bald gerieth die protestantische Kirchevon der Herzlichkeit Luthers, von der klaren Faß-lichkeit MelanchthonS aufs neue in die unverständ-liche bittere Polemik, wie sie nur zu den Zeiten dergriechischen Mönche gewesen seyn konnte; sogar daßman viele eigentliche Streitigkeiten und Unterschei-dungen derselben, nur jetzt zu andern eben so geist-und herzlosen Zwecken, aufnahm. Eigentliche Re-ligion des Verstandes und Herzens blieb auch indiesen Zeiten, wie sics immer gewesen, von derbloßen Streit-Theologie gesondert, in guten,stillen Menschen wohnend. Viele bückten sich unterdas Joch elender Sophistereien, weil sies nicht ab-zuschütteln vermochten, und lehrten und thatenGuts, wie und so weit sie konnten. Es ist dieErfahrung aller Jahrhunderte, daß die besten Män-ner immer zugleich die verträglichsten undprakti fehlen gewesen; sie und nur sie allein