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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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Briefe

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Herzlichkeit und Stärke. In allen europäischenSprachen ist Dichtkunst und Mystik das Erstegewesen, das sie emporgcb rächt hat. Wenn inder Theologie alles lateinisch war, und der Scho-lasticismus sich sogar in keiner andern Sprache er-klären konnte, so predigte und schrieb die Mystikin der Sprache des Landes, und des gemei-nen Mannes: in allen europäischen Sprachensind ihre ältesten und noch zum Theil sehr merk-würdigen Produktionen E r b au u n g s b üch e r,Gesetze, Lieder. In Deutschland darf ich Sienur an Ta ul er und die deutsche Theologieerinnern; nennen Sie mir viel neuere, auch nurder Sprache und dem System nach so starke undsimple Erbauungsschriften! Auch Luther liebte sieund gieng gewissermaßen von ihnen aus. Ebendaß auch er, wie die Mystiker gethan hatten, inder Landessprache und für den gemeinenMann schrieb, das machte ihn zum Mann Got-tes für die Nation und half seinen gelehrten Ver-besserungen unsäglich. Sie sehen also, es hatauch in dunkeln Zeiten und in der katholischen Kirchenicht so an Licht gefehlt, daß alle Menschen auSvölligem Mangel der Erkenntnis Gottes hätten ver-kehren gehen müssen. Ohne seine Schuld wird Gottgewiß keinen einzigen verkehren gehen lassen: erwird sein Erkenntniß und seine Frömmigkeit genaunach dem Grade des Lichts prüfen, das er gehabt,und nach der Redlichkeit, die er bewiesen. Tagund Nacht, Morgen- und Abenddämmerung sindsein Werk und alle gehören zur Ordnung seinerGeschöpfe. Konnte wohl ein armer Laye dafür, daßIrrthümer, Dunkelheit und Laster in seiner Kirche