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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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an Theophron. 249

genommen hat, kann der Hauptzweck des Gei-stes Gottes in Leitung seiner Kirche nicht gegangenseyn! Aber freilich Alles ist bei ihm Ein Zweck,Eine Wirkung. Auch aus jdem ärgsten Bosenkeimt ein Gutes, woran die Werkzeuge jenes nichtdachten; oder wenn cs sein höchstes Maas erreichthat, reibet cs sich selbst aus und macht einem Bes-sern Platz. Da die Subtilitat der griechischenMönche und ihre häßliche Wuth nicht weiter steigenkonnte, zerfiel sie durch sich selbst. Auf die spitze-sten Wortstreitigkeitcn folgte dummer Aberglaube,dem nachher selbst Mahomed recht kam. Die Bar-barei des Occidents ward der nasse Schleier, mitdem der dampfende, erstickende Mönchsgcist desOrients, wie mit einer Wolke bedeckt wurde, daßsich der menschliche Geist nur wieder erholte und,wenn auch nur spät, nach Jahrhunderten wenig-stens, zu sich selbst kam.

Im Occidcnt gings nicht anders. Der gröbereDogmatismus, dieser gröberen Nationen ward Kir-chengesetz, Ritual, Hierarchie, aristote-lische Philosophie, zuletzt der kühnste, beinahatheistische S ch 0 l a s t ic ism u s; bis auch diesesin sich zerfiel und seine eignen Waffen gegen sichselbst richtete oder abstumpfte. Das Gebäude derHierarchie erlag unter seiner eignen Last von über-spannten Mißbräuchen und Lastern; der Schola-sticismus gleichfalls. Im Reiche Gottes ist eineewige rege Quelle von Wahrheit: wenn sie am ge-waltsamsten verstopft wird, bricht sie am stärkstenhervor; nur suche man sie und jedes Gute amrechten Orte. Wer die Kirchenväter lesen will, um