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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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Briefe

aus ihnen bestimmte, reinbestimmte Dogmatik, Aus-legung der Bibel oder gar, wenn sie orientalischeMönche sind, Hofsitten zu lernen, der gingeeinen weiten Umweg und käme schwerlich zum Ziele.Als Kirchenvater lese er sie, d. i. als Vater,Vorsteher, Regenten der Kirche. Von den meistensind ihre Briefe und ihr Leben am lehrreichsten,aus dem man dann den Platz lernet, in dem sie inder Kirche standen. Clemens von Alexandrien,Origenes, Hieronymus und wenige andre,lebten als eigentlich Gelehrte; Ambrosius,Chrysostomus, Basilius waren Redner,und die beiden letzten, che sie Bischöfe waren,Mönche: so muß man auch ihre Reden lesen.Tertullian und Cyprian, Athanasiusund Augustinus waren mit Ketzereien beschäf-tigt; sie muß man also am vorsichtigsten lesen.Und vielleicht am vorsichtigsten unter allen den Au-gustinus. Sein Witz und Scharfsinn, seine Gelehr-samkeit und sein Eifer sind zu blendende, scharfeund spitze Waffen, als daß man sie nicht sehr be-hutsam gebrauchen müßte. Sein Buch äs civitaisOei und äs äoctrina ckiristiana, die auch häufigallein und mit vielen Noten gedruckt sind, sindwohl die angenehmsten und lehrreichsten seiner Schrif-ten. Die Apologeten des Christcnthums, zu-mal die altern, sind unschuldig und nützlich zu le-sen: man lernt aus ihnen, insonderheit aus Ju-stin und Origenes, das Christenkhum auf einesimple, vortheilhafte Weise kennen; und o daß csin Manchem zu dieser Gestalt zurückkehrte! Gelehr-samkeit allein thut's nicht, ewige Verfeinerung scho-lastischer Begriffe noch weniger. Das Amt des Leh-