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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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Theophron.

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- Uebriqens lags weder in GotteS Zweck,

noch in Christi Beruf hier auf Erden, die Herme-neutik und Dogmatik der Juden gelehrt zu verbes-sern. Die Apostel citiren nach der Weise, wie da-mals alles citirte. Plötzlich änderte Gott den Laufder Dinge und des menschlichen Geistes nicht. Aufspitzfündige feine Gelehrsamkeit konnte und sollte dieReligion Jesu nicht gebauet werden ; ihre beste Wir-kung entstand eben daher, daß sie sich von solcherentfernte. Ihr Wesen warThat, anschaubare,simple, unwiderstehliche Wahrheit.

Wrtndern Sie sich also auch nicht, daß Gottden Lauf der Dinge so fortgehen ließ, und der ge-lehrten Auslegung der Schrift, der künstlichenSchuldogmatik durch Wunder nicht zu Hülfe kom-men mochte. Keine Gabe des Geistes bestand inder ersten Kirche darin, daß ein Kirchenvater, derkein Ebraisch wußte, es auf einmal verstand, undjetzt allwissend gleichsam, manche Theilc der Bibelplötzlich anders ansah. Origen es, Chrysosto-mus, Hieronymus, Theodoret legen besseraus als andre, weil sie besser auszulegen gelernthatten; keine Wundergabe hinderte den h. Cle-mens, daß er nicht, nach der gewöhnlichen Artseiner Zeit, allegvrisirte und die Geschichte des Vo-gel Phönix erzählte. Um Gottes willen aber, dieswar auch derZweck des C h r i s t e n t h u m s nicht.Lesen Sie einmal die simpeln, achten Stücke derersten Kirche; an Gelehrsamkeit werden Sic dabeinicht denken; der Geist der Einfalt, Mäßig-keit, des hcrzlichbrüderlichen Zutrauens, derGottes- und Christusliebe wird Sie ergrei-