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Briefe
würdigen Schatten hervor, in dessen Munde dieWahrheit Autorität hatte: man gab seinen Gedan-ken eine Einkleidung, die damals gang und gäbewar, und bis in die ersten Jahre des Christenthumshinunter dauerte. Auch ist diese Mode nicht jüdi-schen oder christlichen Schriftstellern allein bräuchlichgewesen, wie man bisweilen anzunchmen scheint;sie war auch heidnischen Philosophen gemein, uni!es ist nur Fehler des Zeitalters und der bald cin-brcchendcn Barbarei gewesen, daß man Aechtes undUnächtcs nicht zu unterscheiden wußte und beidesfür Eins annahm. Wenn diese Barbarei nach Eu-ropa wiederkäme und man die Begebenheiten Tclc-machs, die Reisen Cyrus oder den Phädo unsersdeutschen Plato für ächte Ueberbleibsel der Grieche»ansähe, hätten ihre Verfasser daran Schuld? hattensie diesen Betrug zur Absicht? — Wenn man alsoauch in der damaligen Zeit Einkleidungen und Ro-mane liebte, die wir heut zu Tage so sehr liebenund für unschuldig halten, wenn wir nur gut sind;warum wollen wirs nicht leiden, daß man Dichtun-gen, wie das Buch Tobiä, Judith sind,machte, oder dem Salomo, Esra, Baruchu. a. eine bestimmtere Sittenlchre, eine entwickel-tere Weisheit in den Mund legte, als man zumBcdürfniß der neuern Zeiten in diesen ältern Bü-chern zu finden glaubte. Das Buch der Weis-heit sollte eine Art von Eyropädie, das Buch To-ll iä ein Emil seiner Zeit, Jesus Sirach eineSittenlehre und Excmpelbuch aus der jüdischen Ge-schichte, die Bücher der Makkabäer Hclden-bücher der spätern Zeit und selbst das verschrienevierte Buch Esra eine Art Theodicee seyn, wie