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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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Briefe

würdigen Schatten hervor, in dessen Munde dieWahrheit Autorität hatte: man gab seinen Gedan-ken eine Einkleidung, die damals gang und gäbewar, und bis in die ersten Jahre des Christenthumshinunter dauerte. Auch ist diese Mode nicht jüdi-schen oder christlichen Schriftstellern allein bräuchlichgewesen, wie man bisweilen anzunchmen scheint;sie war auch heidnischen Philosophen gemein, uni!es ist nur Fehler des Zeitalters und der bald cin-brcchendcn Barbarei gewesen, daß man Aechtes undUnächtcs nicht zu unterscheiden wußte und beidesfür Eins annahm. Wenn diese Barbarei nach Eu-ropa wiederkäme und man die Begebenheiten Tclc-machs, die Reisen Cyrus oder den Phädo unsersdeutschen Plato für ächte Ueberbleibsel der Grieche»ansähe, hätten ihre Verfasser daran Schuld? hattensie diesen Betrug zur Absicht? Wenn man alsoauch in der damaligen Zeit Einkleidungen und Ro-mane liebte, die wir heut zu Tage so sehr liebenund für unschuldig halten, wenn wir nur gut sind;warum wollen wirs nicht leiden, daß man Dichtun-gen, wie das Buch Tobiä, Judith sind,machte, oder dem Salomo, Esra, Baruchu. a. eine bestimmtere Sittenlchre, eine entwickel-tere Weisheit in den Mund legte, als man zumBcdürfniß der neuern Zeiten in diesen ältern Bü-chern zu finden glaubte. Das Buch der Weis-heit sollte eine Art von Eyropädie, das Buch To-ll ein Emil seiner Zeit, Jesus Sirach eineSittenlehre und Excmpelbuch aus der jüdischen Ge-schichte, die Bücher der Makkabäer Hclden-bücher der spätern Zeit und selbst das verschrienevierte Buch Esra eine Art Theodicee seyn, wie