an Theophron. 2g Z
habencn und reineren Begriffe von Gott, als diemeisten und selbst die besten der griechischen Weisengehabt hatten, breiteten sich umher, wirkten auchin andern Gestalten, und die alexandrinische Phi-losophie, die jüdische, heidnische und christliche Be-griffe zusammenmischte, war späterhin das Phäno-menen dieser großen Gahrung. Die Allegoriesuchtder griechischen Juden, die sich auch ins Christen-thum mengte, zeugte von einer Menge feinererIdeen, die man nur nicht zu lassen wußte und demsimpeln biblischen Text sehr unzeitig anschob. Siewurden indeß verarbeitet: die Denkart erweiterteund verfemte sich; und selbst unter den neuern heb-räischen Commentatocen ist eine Menge scharfsinni-ger Gedanken, die nur dadurch lächerlich werden,daß sie auf einer Unrechten Stelle stehen oder daßman sie lächerlich ansieht. Die Apokryphenendlich — so sehr man neueres Tages auf dieDummheit, den Stolz und die Bclrugsfucht ihrerVerfasser zu schelten gewohnt ist (woraus nicht vielkommt, und was man schon oft gehört hak) — sonützlich und lehrreich waren für ihre Zeit die Ein-kleidungen und der Inhalt mancher. Das BuchSirach ist ein schönes Buch: eine Blüthenmcngevon Moral, wie man in der damaligen Zeit nir-gends sonst findet. Das Buch der Weisheithat schöne Stellen, und schon daS, daß sein Ver-fasser die Person Salomos annahm, zeigt, daß eralle Weisheit ausfchütlen und an diesen Namenheften wollte, die nur in seiner Gewalt war. AlleBücher dieser Art unter fremdem Namen, sind ge-wiß nicht Betrug, wenigstens nicht immer stolzerbösartiger Betrug gewesen. Man rief einen ehr-
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