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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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Briefe

Schriften also zu übersetzen und zu vollenden wün-sche. Zum Voraus aber gehört ein Werk dazu,das ich Ihnen näher beschreiben muß, weil es thcilsIhre Zweifel sehr auflöst, theils Sie überhaupt aufeine Bahn lenket, die es Ihnen nie gereuen wird,betreten zu haben.

Dies Werk nahmlich handelte: von der Poe-sie der Ebracr, und würde sich mit dem großenund sehr verdienten Lowth nur wenig begegnen,wie Sie aus der nähern Anzeige selbst cinsehen werden.

Auförderst gienge eine Untersuchung über dieSprache der Ebräer voraus: was in ihremBau und Gebrauch,vor andern poetisch sey? woheres so sey? und was falsch hineingetragen werde?Dies wäre eine Philosophie nicht blos über ihresimple Form und Grammatik, sondern auch überdie reichen Fundgruben und Originss der Sprache,dazu wir schöne Vorarbeiten haben. Denn ich mußIhnen nur sagen, daß ich gar nicht von der Mei-nung bin, daß die cbräische Sprache zu heiligemund poetischem Gebrauch so arm gewesen, als mangemeiniglich annimmt. Sie war nach den wenigenBüchern, über so wenige Gegenstände, die wir ha-ben, reich, sehr reich. Ihre Fundgruben sind reichund voll tönenden Metalls: alles in der Spracheist Verbum, und alles was Verbum ist, mahlt,handelt, tönt und lebet. Man glaubt lauter Chorund Rhythmus zu hören, so wie man in der Formund Beugung lauter Bilder und Hieroglyphen fle-het. Wüßten wir noch etwas von ihrem Ton, vondem lebendigen Rhythmus der Accente, die aufein sinnliches Volk so lebhaft wirken/ weil sie vom