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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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Briefe

und Hypothesen; und eben dadurch, daß man über-treibt und zu beiden Seiten ausschwcift, findet manendlich die glückliche Mitte der Wahrheit.

Wahrlich cs ist ein feiner Faden, der die Bi-bel A. und N. T. insonderheit an denen Stellendurchgeht, in denen sich Bild und That, Geschichteund Poesie mischet! Grobe Hände können ihn sel-ten verfolgen, noch weniger entwickeln, ohne ihnzu zerreisscn und zu verwirren, ohne entweder derPoesie oder der Geschichte wehe zu thun, die sichin ihm zu einem Ganzen spinnet. Die Geschichteder Ausleger, insonderheit des A. T., beweiset diesgenugsam, wie eS auch schon Hieronymus undErasmus erkannt haben. Da heißt cs recht: aus-legen gehört Gott zu, oder dem Mann, auf demder Geist der Götter, der Genius alter Zeiten undgleichsam der Kindheit des Menschengeschlechts ruhet.Kommen Leute dazu, die von ihm nichts wissen, denennichts fremder ist als poetisches Gefühl, insonder-heit des Morgenlandes; und wenn sic die größestcnDogmatiker und Kritiker von der Welt wären, diePflanze entfärbt sich von ihrem Anhauch, sie ver-welkt unter ihren Händen.

Sie sehen selbst, m. Fr. , daß ich Ihnen imkurzen Raume dieses Briefes keine Anweisung ge-ben kann, wie dieser Faden biblischer Poesie undAuslegung zu verfolgen ist. Alles kommt auf Lo-kalumstände, auf Zeit, Ort, Zusammenhang, Ab-sicht und Genius des Schriftstellers, und am mei-sten auf den inneren guten Sinn dessen >nn, der daliefet. Das Lesen morgenländischcr Poesien undReiscbcschreibungen , das Lesen andrer Dichter üher-