an Theophron. 217
tigsten Ansicht. Es steht Ihnen frei, hinwegzu thun, was Sie fremde und ungehörig finden;aber die Wahrheit verkündende, herzliche Manierder Commentakorcn machen Sie sich zu eigen, undwenn nicht mehr, so stehen die gemeiniglich größergedruckten Worte des biblischen Texts unter denkleinern Buchstaben des Commcntars da, wie Pal-laste unter Hütten, wie Riesen unter den Zwergen.Das ozoposita juxtu ss xositu kommt da IhremAuge und Gcmüth zu Hülfe, und es entwickelnsich Gedanken Ihrer Seele, die oft weit genug vondem oft nur einseitigen, zeikmäßigen und individuel-len Commentar abgehen. Der Paraphrasen aberentwöhnen Sie sich gänzlich.
Viertens. Insonderheit lassen Sie sich durchalles Flittergold, das man neuerer Zeit den bibli-schen Poesien anhcftet, nichts von dem, was Gangder Geschichte, historische Wahrheit oder gar gött-liche Offenbarung Ist, rauben ; sonst haben Sie nichtsgewonnen und alles verlohrcn. Die jungen Poeta-sters, die einer christlichen Gemeine nichts als einFüllhorn poetischer Blumen am Wort Gottes vor-zuhaltcn wissen, sind arme Tröpfe, und verlierenSie für sich die innere Ueberzeugung, daß Sie anallen Anstalten Gottes ein Gebäude zur Erlösungder Welt und zur Veredlung menschlicher Seelenhaben, was hülfe Ihnen die bunteste persische Ta-pete ? Wird alle Sprache Gottes, werden alle Er-scheinungen und Wunder, die erhabensten Charaktereder Menschheit, die reichsten Weissagungen undschönsten Aussichten für unfern Geist in poetischenSchaum und willkührliche, wenigstens abgelebte