312
Briefe
wünschet! Ziehen Sie also glücklich in Ihr Vater-land , in Ihre einsame Landheimat: jeder schöneHain wird Ihnen Akademie und Tempel, Ihr klei-nes Zimmer Stoa und Pöcile seyn. Die Hülfe,die Sie Ihrem alten Vater erweisen, der Unter-richt Ihrer jüngcrn Geschwister, der auf Sie war-tet, der Kreis Ihrer Verwandten und Freunde,auch der Umgang der Freunde Ihres Vaters, vondenen Sie mir so viel Hochachtungswürdiges, Gu-tes und Rührendes erzählt — alles dies ist dieschönste Laufbahn, die Sie sich nach der AkademieWahlen und wünschen können, und ich möchte mitIhnen wieder jung seyn, um die Freude zu empfin-den , wenn Sie Ihre grünen vaterländischen Bergeund Auen und Flur und Seen und Hütten Wieder-sehn, die Sic an lauter Auftritte der schönsten ZeitIhres Lebens, der Kindheit und Jugend erinnernwerden. Meine Briefe, wenn Ihnen etwas daranliegt, sollen Sie oft besuchen und die reiche Aus-saat derer, die ich noch zu beantworten habe, sollIhnen, wie ich hoffe und wünsche, eine glücklicheErnte werden. Vorzüglich wollen wir uns an un-ser beiderseitiges Tag- und Lebenswcrk, Studiumder Theologie, der Religion und Amtsführung hal-ten. Nun laßt sich übersehen, was Sie gelernthaben: denn der Gang ist vollendet: ich kann zuIhnen viel freier reden, als ich damals reden mußte.Nun laßt sich auch herzhafter reden, was künftigIhr Werk seyn wird : denn Sie sangen cs an, Sielegen die Hand an den Pflug und werden, wie ichhoffe, nie zurücksehn. Wie angenehm wird es mirseyn, in alle Ihre verschiedenen Situationen einzu-gehen und Ihre ersten Empfindungen bei jedem