Lvr Entwurf der Anwendung
sebst und den Zuhörern angemessen, d. i. gutsepn.
2 ) Das Katcchifircn ist eine schwerere,der Jugend angemessenere, und sollte auch wirklichdie frühere, öftere Uebung deS jungen Theologenwerden; und gerade umgekehrt, ist zu ihr wenigerAnstalt. Der künftige Lehrer schaffe sich selbst,was ihm die vornehme und gelehrte Gewohnheithie und da zu schaffen vergessen hat: er katechisire,er zergliedere fleißig; so wird seine Theologie Reli-gion oder Neligionsgeschichke, und er bereitet sichdem Unterricht der Kinder und Alten aufs wür-digste vor. Hier hilft Philosophie, gesunder Men-schenverstand, ein gutes menschliches Herz und einfertiger schlanker Ausdruck am meisten. Nur lasseman nicht gleich den Much sinken, wenns unge-lenk geht; oft thut ein Lehrer, der Jahre lang ka-techisirt hat, sich selbst noch kein Genüge.
3) Mit den übrigen Pastoralübungen gchtsauf Akademien schwerlich. Daß der Lehrer, wenner auch Pastor ist, seine Schüler ans Krankenbettnehme, um zu zeigen, wie er auch da praktisirt,ist unausstehlich. Bon Casuistik, Kirchenrecht,Ritual u. dgl. kann er sich im LollsZio, das erja für künftige Männer liefet, mit seinen Zuhö-rern auch männlich befragen und unterhalten, ih-nen die Fälle selbst verlegen u. dgl. Ueberhauptists nicht gut, daß auf unfern Universitäten, wodoch meistens so junge Jünglinge sind, viel ge-lesen und gesagt, aber wegen der kurzen Zeit wenig