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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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dreier akademischen Jahre w. 201.

wissend nachahmcn könnte. Ueberhaupt nehme mansich keinen einzigen Prediger zum ausschließendenMuster, sondern lerne von mehrern, auch sehr ver-schiednen , verfchiednen Zeiten und Nationen; zuletztaber folge man sich nur selbst, drücke sich selbstaus. Man khue sich Genüge, so wird auch andernGenüge geschehen: denn jeder ist billig sich selbstder schärfste Richter.

Eine einzige Form zu predigen geben und an-nehmen , ist beides Sklavensinn und Sklaven -Arbeit. Jetzt werde sie analytisch und jetzt synthe-tisch , nachdem eS Gelegenheit, Text, Materiewill. Für einen Anfänger ist die analytische Me-thode die bildendste, eben weil sie die reichste undschwerste ist, wenn sie keine holländische Wasser,predigt seyn soll; oft aber ist auch die synthetischeMethode eben so schwer, und bei den meisten Lehr-texlen ist sie gewissermaßen nöihig. Diese müssenAnalyse des menschlichen Herzens und Gewissenswerden. Ueber den doppelten Vorplatz der Exor-dien, die Theile des Thema, die Applikationen undden Ton, in dem er Amen sagt, lasse er sich jakein Joch auflegen. Ein großer Thcil des Ueber»drusseS der Predigten ist aus ihrer sonderbaren,kurzsichtigen Einförmigkeit entstanden, da ein Thiermit armseligem Körper zwei Köpfe nach einandervorstreckr, zwei oder drei Zahne bleckt und einen fünf-drei- oder zweifachen Schweif, der unkräftig we-delt, nach sich ziehet. Die beste Form der Predigtist, wie sic Text, Materie und Gelegenheit giebt,so wird sie nie sich ganz gleich und immer sich