dreier akademischen Jahre w. iss
nicht zu oft und zu öffentlich; aber auch nicht z>uspät, zu selten, zu schläfrig zu üben. Jede Ucbungrichtet sich nach dem praktischen Theil der Wissen-schaff, die man lernte; also bei künfligen Predi-gern insonderkcil nach der Pastoral - Theologie vor-nehmsten äußern Theilen. Homiletik wirdUcbung im Predigen, Katechetik Katechese; dieandern geistlichen Wissenschaften werden mündlicheUnterredung.
r) Das Predigen übe der Lehrling aufAkademien nicht zu frühe, zu oft, zu leichtsinnigoder gar mechanisch, leider! daß es dies letzte beimachem noch Zeit genug wird. Er arbeite seinePredigt aus, als ob diese das Meisterwerk seinespraktischen Becstaudes und wahren theologischenSinnes seyn sollte und cs als erste Probe auchwirklich werde. Die erste Probe entscheidet vielund enthüllet oft den Genius des ganzen Lebens.
Keinem Menschen in der Welt ahme der jungePrediger sklavisch nach, und wenn es Luther, Bos-suet, Ehrpsostomus oder Paulus selbst wäre. Denguten Melanchrhon ahmten einige seiner Schülerdarin nach, daß er eine Schulter etwas hoch trugund im Reden gesiikulirte; sie hatten ihm in etwasbessern nachahmen sollen. Häufig gehts so mit denSchülern der Akademie, wenn sie ihren Lehrer zuhoch schätzen und lieben. Ich habe in meinem Le-ben viele Prediger singen gehört, weil ihr Profes-sor eine singende Stimme hatte, und als er einmalwegen eines Halsschadens ein Glas Wasser auf der