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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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dreier akademischen Jahre !k. iZL

machen und dabei nicht die ganze theologische Mo-ral wiederholen. Indem er einen Hirtenbrief Paulian Timotheus oder Titus zum Grunde legt, odereine kur;e Synopsis aus allen drei Briefen, hater die beste Gelegenheit zu zeigen : worin damalsund jetzt Christenthum und Hirtenkreue, Amtspflichtdes Lehrers bestehen, und >hn sowohl vor Faulheitals Schwärmerei zu bewahren. Oft wird auch jeneaus dieser. Wenn der junge Prediger sich Anfangsdurch einen Roman des Urchristcnthums überspannthat, so springt die Saite und laßt nachher um somehr nach: denn nichts ckebertriebnes kann dauren.Weisheit und Mäßigkeit seys, was hier der künf-tige Prediger, nebst brennendem Eifer für das Besteder Menschheit, sorgfältig lerne.

2) Das Predigen ist nur ein Theil derAmtspflichten, nicht das Ganze; auch als solcherists Mittel und nicht Zweck. So muß es der Lehr-ling auf Akademien zeitig ansehen lernen, Weileraus Jugend-Eindrücken oft eine falsche Idee davonerhalten, da in der protestantischen Kirche vielleichtzu viel gepredigt wird , als ob Predigen und Hörendie Hauptsache des Predigers und des ChristenthumSwäre. Sein Blick kann nicht kürzer und besserreclisicirt werden, als wenn man die Homiletiknicht als besondre Wissenschaft, sondern als einenTheil der Amtspflichten höret. Da auch das Pre-digen ein Resultat vieler theologischen und Men-schenkenntnisse, der Dogmatik und Moral, der Phi-losophie und Menschengeschichte scyn muß; so kannes nicht füglich anders, als hinter diesen Wissen-

Herders Werke >. Siet. u. Theol. X, N