Entwurf der Anwendung
stündlich bliebe. Jetzt bindet er alles zusammen,um das Ganze des Ehristenthums in so viel Län-dern und Zeiten, seinen verschiedncn Zustand unddie Einflüsse desselben überall genetisch und pragma-tisch zu sehen. Je mehr also diese Dinge zusam-menqcstellt, in Verbindung gesetzt (denn in der Ge-schichte ist alles verbunden) je mehr in der Geschichtenicht einzelne Austenwerke und Zufälligkeiten, son-dern Zweck und Bau des Christenthums fortgehendbetrachtet wird, desto vielseitiger und lehrender wirddie christliche Kirchengcschichte.
Anmerkung i. Es ergiebt sich, daß derLehrer zu diesem Zweck auch alles im Verhältnißtreiben, und was zum Exempel bei Ketzereien blosGeschichte der Wissenschaft, was bei der Hierarchieblos politische Geschichte der Staatsherrschaft, wasbei Synoden, der Kirchenzucht, Kirchengcbräuchcnu. f. weniger Geschichte des Christenthums, als desgeistlichen Rechts ist, auch in dieser weisen, mäßi-gen Anordnung treiben werde; zumal wenn voraus-zusetzen, daß der Zuhörer manche Geschichte diesereinzelnen Sachen z. E. der Wissenschaften, des po-litischen Regiments, der Glaubenslehren anderswoschon kennen gelernt hat. Durch diese strenge Zu-sammenzichung aufs Ganze gewinnt der Blick desLehrlings Einheit im großen Labyrinthe der Zei-ten; nur hierdurch wird auch die sonst so trockneund jammervolle Geschichte bildend.
Anmerkung 2. Es folgt hieraus von selbst,daß, je naher uns die Geschichte kommt, je Hellersie wird, je mehr sie unsre eigne Geschichte zu wer-den anfängt, d. i. von den Zeiten der Reformation