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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
Entstehung
Seite
188
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Entwurf der Anwendung

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biblische, praktische Lehre verbinde, folglich ist siefür den studirenden Jüngling in allem Betracht diebessere, lehrreichere, bildendere Glaubenslehre. Diesogenannte blos biblische, praktische Dogmatik über-lasse er, wie sie meistens ist, Schwätzern und Sie-benschläfern; es scy denn, daß sie ein außerordent-licher Mann besonders hell und praktisch zu machenwüßte; das erste aber kann sie für unsre Zeit wie-derum nur durch Gegensatz, d. i. durch Geschichteund die bescheidenste Polemik, das zweite nur durchEntwicklung aus dem Wort Gottes und der Men-schen-Natur werden. Da ist nun abermals diegelehrte, reiche, bestimmte, und doch in allem auf-richtige, biblische, historische Dogmatik. Sie alsostudirc der Jüngling gründlich; die unwissende,mangelhafte, verwirrte braucht er nicht, und dieerbauliche wird sich in der Anwendung jeder Wahr-heit reichlich finden.

Anmerkung 2. Die Beweisgründe aus derBibel sind der Felsengrund der Dogmatik; sie müs-sen also im Zusammenhänge, wo sie stehen, undwie sie jetzt gestellt werden, fest und bewährt blei-ben. Das Erste prüfen zu können , lernt der Lehr-ling der Theologie die Dogmatik spat, wenn ec denZusammenhang der Bibel schon innen hat, undihn voraus in den vornehmsten Büchern ganz ohnedogmatische Rücksicht, frei und ohne Gefährde, er-forscht hatte. Es muß ihm also leicht werden, dennsrvuni xrolmnäi, wo ec ist, oder nicht ist? zufinden. Im Lehrbuch bequeme sich der Lehrlingnach dem Lehrer und verandce nicht oft. In allenDogmatiken steht dasselbe, nur hie und da klareroder dunkler, schlechter oder besser geordnet.