180 Entwurf der Anwendung
gut, wenn der erste Blick des Jünglings bei soeinfältigen, herzlichen Schriften gar zu britisch wird,oder sich bei Nebensachen zu gelehrt verweilet. Ei-nem künftigen Prediger ist das letzte vielmehr miß-bildend und schädlich.
Anmerkung 3 . Vor den Paraphrasen , derEngländer insonderheit, hüte sich der Lehrling An-fangs. Er lerne erst den Ausdruck des N. T. aussich selbst und dem A. T. genau verstehen, studireden Hellenismus in seinen Quellen und Ableitun-gen gründlich; und lasse sich nicht von einer leichtenoder gar schönen Allenfalls-Paraphrase wcglockenoder blenden. Es ist nicht gut, wenn man sich dieAnfänge einer Wissenschaft zu leicht macht, ausUebersetzungcn, Paraphrasen, Commentaren, undnicht aus sich und der Quelle selbst schöpfet. Manlese fleißig die Apokcypha und die 70.; so wird manbald in das Griechische des N. T. kommen. Dasbeste Wörterbuch zum N. L. ist Schöttgen,Krebs Ausgabe; die zu den 70. und zum Helle-nismus überhaupt, Ki r ch e r, T r 0 m m, B i c l,sind für einen Lehrling leider! zu selten oder kost-bar. Die beste Probe, daß man einen anomalischenAusdruck des N. T. wörtlich versteht, ist, daß manseine cbräische Formel oder ihn in gut Griechisch zuübersetzen weiß; die letzte Uebung ist sehr nützlich.
Anmerkung 4. Auch in Eommentare desA. T. lasse man sich noch nicht ein; ErasmusUebersetzung und Paraphrase, und etwa GrvliusNoten mögen im Anfänge statt aller gelten. Ueber-haupt treibe man das N. T. in dem religiösen,simpeln und schlichten Sinn, wie es die Apostel