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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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dreier akademischen Jahre rc. 177

zov, geschweige Eapcll und Morin werdenerst später, nach den Jahren der Akademie, gelesen,wenn unser Urthcil und Blick in der Analogie derSprache verschiedner Zeiten, Bücher und Schrift-steller geübt genug ist; sonst verlaust man sich inWortklaubereien und Hirngespcnste, und verfehlt dengesunden Anblick der ganzen biblischen Schriften.

Anmerkung 2. Man höre seinen Lehrerehrerbietig, genau und sorgsam; nicht aber sclavischund abergläubisch, insonderheit wo er conjekturirtund ändert. Dem Hange zu cvnjekturiren legeman bei Zeiten Zügel ein; er reißt sonst aus undwird unbändig: zuletzt sieht man auch das Gesundeungesund an und will immer brennen und morden.Ein mäßiger, gesunder, ruhiger Blick ist auch hier,wie überall, das Beste. Ec ist Wohlthat der Na-tur; aber auch Kunst und Uebung muß darnachstreben.

Anmerkung 3 . Bei dunkeln oder ungewis-sen Stellen halte man sich jetzt noch nicht auf; nochweniger zerstreue man sich in Eommentare, sondernmerke sie sich, bis man dazu gelegenere Zeit hat.Gramatische Genauigkeit im Verstände des Einzel-nen und ein gesunder Blick aufs Ganze sind derZweck dieser ersten Lesung. Zum letzten hilft eineeigne Uebersetzung gar sehr. Man sep in ihr fleißig,übe sich über jede Lection, die man hört, zu Hause;nur lege man dabei andre Uebersetzungen bei Seiteund dränge sich damit nicht in die Welt. Sie ge-schehe in der Sprache, die man am liebsten treibt,Latein oder Deutsch und nach Beschaffenheit desHerders Werke i- Nel. u. Theol. X. W '