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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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dreier akademischen Inh re rc. 178

und führen zum Selbstdcnken, wenn etwas im Lehr-linge ist, das dahin schlagt; nur lese man sie,(sonst erreicht man den Zweck nicht,) langsam, prü-fend und vorsichtig. Durch Autoren, die selbst dach-ten, ob sic in allem wohl nicht Recht haben mögen,lernt man selbst denken und urthcilen; hiernachwähle man sich auch seinen Lehrer. Nicht auf Ge-lehrsamkeit und Fehllosigkcit kommt es an; sondernauf Klarheit der Begriffe Munterkeit der Seele.

Anmerkung 3 . Hat man in der SchulePhilosophie gehört, über Ernesti initia z. E.,so erinnere man sich zurück und baue weiter. Hatman in der Schule Liesronis oKicia, TenophonSDenkwürdigkeiten Sokrates, oder gar einige Ge-spräche Platons gelesen: so denke man zurück, wie-derhole zuweilen, und lerne insonderheit die schöneManier der Alten auch in der neuern Philosophiebrauchen. Verstärket cs die Zeit, so sey wechsels-weise ein philosophischer und poetischer Alter mituns, und entrcisse man sich dafür mit Gewalt derLesung neuerer Modeschriflen.

Anmerkung 4. Treibt man die Philosophieund alten Sprachen recht: so kann man eine Theo-rie der schönen Wissenschaften zu hören sich völligersparen; auch die Geschichte der schönen Wissen-schaften und der Philosophie vcrspare man ins fol-gende Jahr. Zu ihnen ist schon ein philosophisch-gebildeter Geist nöthig. Auch ist das erste Jahrmit diesen Sprachen und Wissenschaften schon reichbesetzt.