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Nacherinnerungen.
1) Der Lehrling schreibe dem Lehrer nach, dasMerkwürdige nämlich und insonderheit was er zuvergessen glaubt. Schon dadurch, daß man nach-schreibt, sondert und digerirt man mehr die Gedan-ken; auch sind diese Nachschriften künftig eine reicheMaterie zur Prüfung, auch der Art, wie wir unsreersten Ideen erfasset haben. Wir können sie sichrerverbessern, wenn wir sie geschrieben vor uns haben;auch die später» Schriften des Lehrers und seinenwachsenden Fleiß besser brauchen. Zudem sind sie,wie die Lehrbücher selbst, über die wir hörten, eineangenehme Erinnerung unsers ersten Fleißes, unserserwachenden Geistes und der schönsten menschlichenLebensjahre.
2) Jeden Abend wiederhole man pythagoraischdie Ideen und Eindrücke des Tages; nur nicht ausdem Heft, sondern lebendig, aus freier Erinnerungder Seele oder im Gespräch mit seinem Mitgenvssenund Freunde. Dies ist bildender als die tobte Wie-derholung des Buchstabens. Ist unser Gedächknißschwach oder man hat Fehler gemacht und ist unzu-frieden mir dem Tage: so lasse man den Muthnicht sinken, sondern entschliesse sich ohne Leiden-schaft fest und ernstlich.
3 ) Ob man gleich dies ganze Jahr die Theo-logie nicht treiben konnte: so vergesse man dochdie Regligion nicht. Gebet und Lesen der Bibel,wenn.man kann, in der Grundsprache, sey täglichMorgen- und Abendspeife.