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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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»68 Entwurf der A nwcndung

Lehrer Philolog, wie er seyn soll, so lernt man amgriechischen und lateinischen Schriftsteller die Grund-sätze der wahren Kritik durch Uebung. Auch in dieSchrift Ist sie nur aus dieser Quelle übcrgcgangen,wie Erasmus und Castellio, Grolius,Ernesti, Morus u. a. zeigen.

Anmerkung». Es kann nicht vorgeschrie-bcn werden, über welchen Autor man höre, weildieses sich nach der Gelegenheit und dem, was manvon der Schule gebracht hat, richtet. Wer in ei-ner griechischen Chrestomathie sich an prosaischen undleichten poetischen Stücken schon geübt hat, schreitegleich zu einem Dichter, es scy nun Pindar oderHomer, Sophokles oder ein anderer. ImDichter enthüllen sich die Schatze der Sprache undder Auslegung reicher als im Prosaisten; jener istauch für das Feuer des Jünglings in feigem erstenschönen Jahre des akademischen Lebens mehr unter-haltend. Ist jemand zurück; so suche er einen leich-ten Prosaisten, etwa Lenophon, Eebes, Epiktetzu verstehen und irre sich mit der Poesie nicht. ImLatein sollte doch jeder Ankömmling auf der Uni-versität so weit seyn, über einen Hora; oder Virgilsogleich etwas höheres, gründliches zu hören.

Anmerkung 2 . Der vornehmste Zweck beidiesen Schriftstellern gehe auf richtigen Wortver-stand , auf Plan und Schönheit einzelner Thcileund des Ganzen; vor der neuesten Schöngeisterei,alles in Blumen zu verschwenden, hüte man sichsorgfä rig. Man überhäufe sich daher auch mit vie-lem Privatlcsi-n neumodischer, witziger Schriftstellernicht; sonderlich im ersten Jahre. Man lese zum