das Studium der Theologie betr. i5Z
Gedanke allein sollte den Ungläubigen hi'nreichcn,sie als ehrwürdig zu betrachten und zu behandeln.
Es ist nichts ehrwürdigeres in der Welt, alsTheologen und Philosophen , wie'S deren auch nochheut zu Tage giebt. Aber von einer Seite die so-genannten Orthodoxen, deren Harte, Eigensinn,Dummheit, wenige Kenntniß und ungcmessene Ehr-sucht ihnen die Anmaßung giebt, „alle Menschensollen so denken und begreifen, wie sie;" und vonder andern Seite die Schwärme der sogenanntenPhilosophen, die, eben so eitel und unaufgeklärtals die Orthodoxen, durch Unordnung, Laster oderSophismen ihr moralisches Bewußtscyn auf eineZeitlang zum Schweigen gebracht haben und dieJrrcligion noch mit mehr Eifer, als jene andre ihreOrthodoxie predigen, die gern alle Menschen bekeh-ren möchten, damit ihnen nur niemand einen all-gegenwärtigen Gott zeige, den sie fürchten, odersie an ein Organ erinnere, das auch nach diesemLeben bleibt und gewiß in dem Maas beunruhigenwird, als mans vernachlässigt hat; diese sogenann-ten Orthodoxen, sage ich, und diese vorgegebnenPhilosophen stnv zwo schädliche Gattungen, die sicheinander grausam bekriegen. Ware der Krieg nochvon der Art, daß er ewig dauren könnte, so würdedas Uebel wenigstens nicht schlimmer. Wie aberder, der seinen Gegner lächerlich machen kann, inunserm Jahrhunderte ohne Zweifel viel Vortheilhat über den, der ihn nur schwarz machen kann;so folgt, daß die zweite Gattung wahrscheinlich dasUebcrgewicht haben dürfte. Trauriger und abscheu-licher Anblick einer Versammlung Menschen, in der