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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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Briefe,

Will man von den angenommenen Religionenurkhcilen, insonderheit in Jahrhunderten, wo dieGesetzgeber sie mit politiscken Satzungen vermischtoder verwirrt haben: so merke man zuvor, daßsie sich in solchem Zustande nicht wie die Wahrheitnackt zeigen, sondern bald durch Wissenschaften undTugenden der Menschen verziert, bald durch Gesetze,Gebrauche, Sitten, Künste der Zeit verunstaltet,bald durch Fanatismus, Laster und Leidenschaftenentweihet und verunreiniget sind. Vom Christcn-thum nach dem gemeinen Schlage der Christen heutzu Tage urtheilen, wäre die ungereimteste Sache.O guain aontsrnta rso sst ssorrio, nisi ssKumarin surrsxsrit. Glücklicherweise ist dieseKleinheit des Menschen nur sein Werk, die Folgevom Mechanismus der Gesellschaft

Nimmt man der christlichen Offenbarung allesweg, was ihr angchangt und falsch scheint: wirftman alle unverschämten Auslegungen weg, die Men-schen über das gaben, was sie doch selbst als Wortdes höchsten Gottes ankündigten: so wird man fin-den, daß sie die einzige Religion sey, die den Men-schen zur Glückseligkeit, als Individuum, ruft,die einzige, die ihn von den Banden der Gesellschaftlosmacht und ihm selbst wiederqiebt, die einzigeendlich, die die Pflichten gegen die Gesellschaft nichtanders betrachtet, als sofern sie Beziehung habenauf die Pflichten zum höchsten Wesen, die dochallein die wahre Glückseligkeit jedes einzelnen Ge-schöpfs sind. Ich denke nicht daran, daß diechristliche Religion noch die festeste Stütze der ge-genwärtigen Gesellschaft in Europa sey. Dieser