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Briefe,
ganzen Kirchenverfassung desselben unwiderbringlichenSchaden. Es ist nicht gut, wenn ein Geistlichersich in weltliche, ihm fremde Händel mischet; eSist aber auch eben so schlimm, wenn man ihn inGeschäften, woran er Thcil haben soll, nur immerals das fünfte Rad am Wagen mitführet.
Auch zu diesem Zweck sepcn Ihnen die Vor-bilder unsrer alten Theologen und Reformatorenvor Augen. Jeder arbeitete nach seinen Kräften,nach seinen Gaben und Einsichten, jeder nach demZustande seines Landes mehr oder minder, glücklichoder unglücklich; alle aber wie arbeitsam, wie mu-lhig und entschlossen! Müßiggänger sind wir gegeneinen Luther, Melanchthon, Zwingli u f.'Sie handelten, sie veranstalteten mehr, als sieschrieben: sie schrieben mehr, als wir zu lesen ver-mögen. Sie sprachen aus der Brust, aus demHerzen, über Sachen und nicht über Worte; selbstüber Worte, als obs Sachen waren. Unsre Stimmeist ermattet und kleinlaut: unsre höchste Gabe istVorsichtigkeit und unsre Schriftstellerei so oft müßigeKunst. Welche Menge Lumpen wird, zumal inunserm Vakerlande, von Geistlichen beschrieben;und wer schreibt mehr Makulatur, wie sie? HütenSie sich, m.Fr., daß bei Ihnen die Schriftstellernje eine Tagarbeit, ein Brodstudium werde. Es istdies eine der unehrbarsten Professionen unsrer Zeit,mit der man mehr als das Papier verderbet; lieberwählen Sie sich eine Hande-Arbeit, bei der IhnenKopf und Herz gesund bleibet. Es ist nicht auszu-fagen, wie elend ein Mensch daran ist, wenn Wahr-heit, Wissenschaft und Menschenbildung bei ihmTaglöhnerei werden — —