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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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das Studium der Theologie bctr. 145

Der äußere Zustand mancher Kirchen undReligionen ist von derÄrt, daß die Hoffnung einerVerbesserung oder die Furcht eines völligen Verfallsbeinahe unvermeidlich scheinen. Die tiefe Verach-tung , die die sogenannten Pfleger und Saugam-men der Kirchen gegen ihren Säugling haben; dieArmurh und Knechtschaft, in die der Stand derGeistlichen hie und da gefallen ist und von Zeit zuZeit mehr fallt, zusammt dem herrschenden ökono-mischen Geist, der alle Stände belebet; die kalteGleichgültigkeit, die sich gegen alles, was Religionist, schon bis aus den Pöbel hinab verbreitet; die-ses und noch manches mehr muß mit der Zeit noth-wendig eine Aenderung bewirken. Ins Bessere? insSchlechtere? was weiß ich? Genug, mein Freund,auch aus dem Schlechtesten muß endlich das Besserewerden. Die Hefen des trüben Tranks senken sichendlich: der Trank wird Helle. Der Gang der Vor-sehung schreitet weiter.

Kümmern Sie sich hierüber nicht anders, alsdaß Sie sich frühe die Geschicklichkeiten erwerben,die auch in dieser Rücksicht Ihre Zeit fordert. DieKirche Gottes schwimmt auf dem Weltmeer, undso muß man dieses mit seinen Untiefen, Klippenund Brandungen kennen lernen. Studiren Siealso das Kirchenrecht, die weltliche, die Staatengc-schichte, sofern sie insonderheit Ihren Stand ange-het, und suchen sich, worin cs feyn kann, diepraktische Klugheit zu verschaffen, die auch einenTheologen nicht mißzieret. Oft stiftete Ein Mannfür ein ganzes Land Gutes; oft that Einer der

Herders Werte i. Re l.u.Lheol. X. K