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Briefe,
wisse Lehren, die die Schrift doch offenbar enthaltund vor denen manche sich mehr schämen und sienicht sehen wollen, als daß sie so ungewiß seynsollten. Seyn Sie auch hierin einfältigen Augesund lassen sich ja, sobald über Theologie gestrittenwird, auf keine Seite ein. Bleiben Sie in Ruheund nutzen beide Partheien in dem, was sie rechtoder besser sagen: die hitzigste, wie jener Bauer imDisputationssaal sagte, hat wahrscheinlich Unrecht.
Es ist übel, daß es Parthcien in der Religiongjebt; wenn man sie aber zu früh oder überhin unddurch Schleichwege vereinigen will, thut man sicher-lich minder Nutzen als Schaden. Man schmiedetneue, vielleicht feinere Fesseln, die aber eben ihrerFeinheit wegen unauflöslicher werden, als die alterasselnde Kette. Eine halb-erkannte Wahrheit, wennman sie zum Gesetz macht, ist oft drückender, alseine dumme plumpe Lüge; und sobald Fürsten sichbei der Religion ins Spiel mischen, ists um Ver-einigung und freie Untersuchung gethan. Nur dieWahrheit kann uns vereinigen; nur eine gleich-mäßige, ungezwungene, Helle und richtige Ausle-gung des Worts Gottes kann jeder Parthcidie Schuppen von den Augen nehmen. Hierauflasset uns also arbeiten, hiernach überall strebenund das übrige Gott und der Zeit lassen. Waswir uns so lange schuldig sind, ist Toleranz undgegenseitige Freiheit — nmien nsgus aä gram.Unsre Zeit ist, dünkt mich, hierin nicht so weit,als sie cs zu seyn vorgiebt, und die am meistenvon der Toleranz reden, üben sie oft am wenig-sten aus.
Der