das Studium der Thologie betr. r33
Er läßt dem Hof sein weiches KleidUnd bleibt ihm die Kameelhant Kescheid.
Er läßt der Schul' ihr' große Witz,
Und übt sich in der Liebe Hitz.
Er läßt der Reichen SilbergeschirrUnd trinkt die Bächlein in der Irr.
Er läßc der Aufgeblasnen Wind,
Und sich bei Christi Demuth find.
Er läßt des Fleisches Lust und GeilheitUnd bindt sein'n Rücken jederzeit.
Er läßt sein Recht, sein'n Nutz, sein'n Fried,Und gnügt sich, daß er Christi Glied.
Das alles muß er willig lassenUnd noch dazu sich selber hassen.
Damit zeucht er rc. re.
Zum sechsten furcht ein geistlich Mann,Das sonst bei andern leichr gethan.
Er furcht mit Scheu das End der Welt,
Dafür mancher sein Hauptgut*) zählt.
Er fürcht der Kirchen böse Feind',
Gewalt und Witz, die manches Freund.
Er fürcht der Aergerniß Gefahr,
Darinn sich übt die größte Schaar»
Er fürcht des Glückes gute Worl',
Daß nicht die Seele werd' bethört.
Er fürcht sein's eignen Gewissens Stimm',
Daß es nicht schreie wider ihn.
Er fürcht der bösen Gesellschaft ScheinOhne welche mancher nit kann seyn.
Er fürcht der hohen Gaben Glanz,
Die sonst auch Guts verblenden ganz.
*) Kapital.