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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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132
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Briefe,

Er muß aufivischen jede Stund:

Darüber man ihm Übels gunt.

Er muß in die Pest und Lazareth,

Da mancher weit vorüber geht.

Er muß zum Feur, Galgen und RadZum Gefangniß und der Huren Bad.

Er muß verzweifelt' Buben trösten,

Die Ruchlosen durchs Gesetze rösten:

Er muß jedermann helfen, bitten,

Rathen, warnen, kratzen und beschütten.

Er muß in alle Pfützen treten,

All' Unlust putze» und ausjaten

Das muß er thun ohn seinen Dank,

Bis er drob wird alt, krumm und krank.Damit zeucht er den schweren KarrenUnd wird gehalten sür ein'n Narren.

Viertens ein Prediger muß leiden,

Da sonst der Thurm zu ist bescheiden.

Er leidt der Leut' Abgötterei,

Aberglaub, Fluchen, Zauberei.

Er leidt Verachtung Gottes Lehr,

Dafür Wollust wird trieben mehr.

Er leidt Ung'horsam und Gespött,

Da mancher Pfaff vor Ohren geht.

Er leidt Zorn, Neid, Rachgier und Grimm,Zank, Hader, Schelten, Ungestüm.

Er leidt Ehbruch, Unzucht und Schand,

So nur geachtet für Narrentand.

Er leidet groß' und kleine Dieb,

Finanz und was ihm sonst nicht lieb.

Damit zeucht er re. re.

Zum fünften muß ein Priester lassen,Das die Welt liebt ohn' alle Maassen.