ri4 Briefe,
Die bürgerliche Geiü>ichte ragt untermenschlichen Schriften koch hervor: denn ihre Treuesind die Beispiele der Vorfahren, der Wechsel derDinge, die Grundsteine der bürgerlichen Klugheit,der Menschen Name und Ruf anvertrauei. Es istaber schwer, die Vergangenheit so zu beschreiben,daß das Geschehene noch einmal geschehe — Dieallgemeine Geschichte, die nur daö Große zeigt unddas Kleine übergehet, weiset oft mehr Pomp, alsden wahren Zunder der Dinge und ihr feineresGewebe. Wenn sie auch Maximen cinmischst, sogicbl sie den menschlichen Handlungen Vielleicht mehrWichtigkeit und Klugheit, alö sie in der That ha»den: sie wird eher eine Sainre aufs menschliche Le-ben, als eine Geschichte. Nur Gott ists, der dasGrößeste ans Kleinste hänget. — Wenn aber ein-zelne Leben mit Fleiß und Unheil beschriebenwerden, wo Großes und Kleines, Wichtiges undUnwichtiges bei einander seyn muß, so hat maneine treue Enahlung, die man sich zum Vorbildestellen darf. Es ist zu verwundern , daß unsre Zeitso wenig ihren Vortheil kennet und die Leben ihrerbesten Menschen untergeben lasset. Ein neuererDichter hat davon dies schöne Bild. Am Fadender Parce hängt eine Gedächknifi - Münze mit desVerstorbnen Namen. Sobald die Parce schneidetund der Faden fällt, raubt die Zeit Münze undNamen, sic in den Strom der Vergessenheit zrrwerfen. Am Strom stiegen unaufhörlich großeTchaaren von Vögeln; die picken, was hineinfällt,auf, lassenS aber meistens bald wieder finken. Di«rin-igen Schwäne sinds, die was sie erhaschten,