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Religion und Theologie Theil 10 (1829) Briefe, das Studium der Theologie betreffend ; 2
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Las Studium der Theologie brtr.

senschaften, sie in so vielen Bildnissen prachtigUn-hcrzutragen, noch aus zu großer Liebe auf jedeKleinigkeit in ihnen begierig zu seyn, sie zu wissen,zu untersuchen, zu erhalten; sondern Klugheit derGelehrten zu befördern, wie die bürgerliche Ge-schichte die SraalSmännec Klugheit lehret: denn

aus der Kirchengeschichtc lernt der Theolog mehrgeistliche Klugheit, als aus des heiligen Augustinusund Ambrosius Werken.

Die Äirchengcschichke ist entweder die eigentlichesolche, die die Schicksale der Kirche beschreibt,wie sie bald als Arche auf den Wogen des Welt-meers schwebt, oder wandert, wie die Stiftshültein der Wüste, oder ruht, wie die Stiftshütte imTempel. Dder sie ist die Geschichte der Pro-phezeiungen und ihrer Erfüllung, dieaber mit großer Weisheit, Nüchternheit und Ehrer-bietung behandelt werden muß, oder man unterlassesie gar. Die Erfüllungen Gottes sind fortgehendund pünktlich zugleich: sie werden gradweise denZeitaltern zugcthcilt, zugewogen, ob gleich ein Zeit-alter ihr höchster Punkt ist. Sie haben die Naturihres Urhebers, dem ein Tag wie tausend Jahre^und tausend Jahre wie ein Tag sind. Die Ge-schichte der Rache und Providenz Got-tes ist endlich die dritte Kirchengeschichte: dennobgleich die Ralhschläge Gottes unerforschlich demMenschen sind, selbst wenn dieser auch aus demHeiligthum nach ihnen blickte; so sind sic doch zu-weilen mit so großen Buchstaben angezeichnet, daßauch der Vorüberlaufende sie lese.

Herder« Werke i. Ncl. u. Lheol. X. H